Pack die Badehose ein! Wie geht Urlaub eigentlich mit Demenz?

Die Sommerferien haben begonnen. In manchen Bundesländern neigen sie sich schon wieder dem Ende zu. Urlaubszeit, das bedeutet normalerweise Vorfreude, Entspannung, einfach mal herauskommen aus dem Alltag. Corona hat uns dieses Jahr alle vor besondere Herausforderungen bei der Urlaubsplanung gestellt. Ist das Urlaubsland sicher? Wie sieht es mit den Hygienevorschriften aus? Was muss ich bei der Rückreise beachten und, und, und. Für uns eine absolute Ausnahmesituation. Für Menschen mit Demenz und deren Angehörige sind besondere Herausforderungen bei der Urlaubsplanung generell Realität.


Doch gerade Angehörige, die durch die Pflege von Demenzkranken das ganze Jahr enormer psychischer und körperlicher Belastung ausgesetzt sind, haben die Erholung dringend nötig. Gehörte vor der Erkrankung der jährliche Sommerurlaub an einem anderen Ort zum Pflichtprogramm? Ja? Dann ist es umso wichtiger für die Erkrankten dies weiterhin zu tun – besonders im Frühstadium diese Normalität zu erhalten.

Glücklicherweise sind in den letzten Jahren zahlreiche Urlaubsangebote entwickelt worden, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörige zugeschnitten sind.

Die Auswahl erstreckt sich über individuell organisierte Reisen in speziell auf Menschen mit Demenz eingestellte Hotels und Unterkünfte bis zu organisierten Gruppenreisen, die von geschultem Personal und Hilfskräften betreut werden. Für was man sich entscheidet, ist den eigenen Vorlieben überlassen.

Trotzdem schrecken viele vor dem Schritt zurück – aus Angst davor, wie sich der Angehörige in der ungewohnten Situation verhält, den Reaktionen anderer und allein dem logistischen Aufwand bspw. dem Transport der Pflegemittel.

Wichtig vor der Auswahl des passenden Angebots:

Informiere Dich genauestens, ob die Unterkunft und die angebotene Betreuung zu den Bedürfnissen Deines Angehörigen passen. Eine Liste mit Urlaubsangeboten und weitere Informationen findest Du auf dem Informationsblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hier.

Mit einer guten Vorbereitung steht einem gemeinsamen Urlaubserlebnis nichts im Wege!

Gut zu wissen!

Brauchst Du einfach für Dich eine Regenerationsphase? Auch der stärkste pflegende Angehörige muss einmal seine Akkus aufladen, um wieder für andere da sein zu können. Hier kommt die Verhinderungspflege ins Spiel. Auch für die Zeit eines Erholungsurlaubes kann diese in Anspruch genommen werden. Einen Teil der Kosten kann man auf Antrag bei der zuständigen Pflegekasse erstatten lassen. Bis zu 1.612 Euro stehen hierfür zur Verfügung. Mehr Informationen findest Du auf der Seite des Verbands Pflegehilfe hier.

Hast Du schon einmal Urlaub mit einem an demenzerkrankten Angehörigen gemacht, oder planst du dieses Jahr zu verreisen? Ich würde mich freuen von deinen Erfahrungen zu lesen!

Ansonsten wünsche ich Dir einen wunderschönen und hoffentlich erholsamen Sommerurlaub!

Natalie


Autorin: Natalie Heckel
Marketing und Kommunikation bei der MOIO GmbH

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